Film in Wien

Auszug aus dem Artikel

»Die großen Stars der Nachkriegszeit«

„In der Zeit des Wiederaufbaus und der Unsicherheit der Besatzungszeit fanden die Menschen Ablenkung in Filmen, die eine unbeschwerte Welt widerspiegelten. In deren Zentrum standen viele Schauspieler und Regisseure, die dieses Genre prägten.“

Von Christa Bauer

Der wohl erfolgreichste Vertreter dieses Genres vor der Kamera ist Peter Alexander, in den 1950er- und 60er-Jahren vermutlich der beliebteste Schauspieler im Film und zudem ab den 1970ern einer der großen Showmaster des damaligen deutschsprachigen Fernsehens.
Der Entertainer wurde am 30. Juni 1926 in Wien geboren. Seine Eltern waren der aus dem Waldviertel (Niederösterreich) stammende Bankangestellte Anton Neumayer sowie Berta Wenzlick, die aus Pilsen (heute Tschechien) kam, wo ihr Vater eine Musikalienhandlung betrieb. Die Geburt von Peter Alexander Maximilian Neumayer fand im Rudolfinerhaus im noblen 19. Bezirk statt, und zwar um 15.00 Uhr: „Nicht zu früh, nicht zu spät, sondern sozusagen zur gemütlichen Nachmittagsjause war ich endlich in der sch.nen Wienerstadt angekommen“, meinte Peter Alexander später selbst dazu, bestätigend, wie wichtig ihm gutes Essen, Gemütlichkeit und die Stadt Wien immer waren (Claudio Honsal, Peter Alexander, 2006, Seite 9). Die kleine Familie bezog Quartier in der Sechsschimmelgasse 4 (9. Bezirk), und bald zeigte sich Peters musikalisches Talent. Wie Mutter Berta später erzählte, versuchte er schon als Kleinkind, Melodien nachzusingen. Sein Großvater in Pilsen, den Peter regelmäßig besuchte, brachte ihm die Opernarien Richard Wagners näher, die der Knirps bei jeder Gelegenheit zum Besten gab. Peter dürfte eine sehr liberale Erziehung genossen haben, denn als er vom Chorleiter der Wiener Sängerknaben, der einen Auftritt des Sechsjährigen als „Wagner-Interpret“ miterlebte, in den berühmten Knabenchor aufgenommen werden wollte, überließ Vater Neumayer seinem Sohn die Entscheidung – und der lehnte kurzerhand ab.

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